Der Plan war eigentlich klar: Nach seiner groß angelegten Abschiedstournee im Jahr 2024 wollte Peter Maffay sich von den großen Bühnen weitgehend zurückziehen. Doch zwei Jahre später ist der Ausnahme-Musiker aktiver als je zuvor. Mit frischen Songprojekten, Chartplatzierungen und kommenden Konzerten zeigt der 77-Jährige, dass seine Liebe zur Musik ungebrochen ist.
Im Rahmen seiner „We Love Rock’n’Roll – Farewell“-Tour im Jahr 2024 hatte Maffay angekündigt, sich stärker auf sein Privatleben konzentrieren zu wollen. „Darunter hat unter anderem auch die Zeit für meine Familie gelitten“, erklärte er damals. Eine erneute Stadiontournee schloss er kategorisch aus: „Das wird es bei mir nicht geben.“ Der Sänger lebt seit 2022 mit seiner Frau Hendrikje Balsmeyer in Ehe; das Paar hat eine Tochter, Anouk, geboren 2018. Mit Sohn Yaris aus einer früheren Beziehung und einer Adoptivtochter besteht seine Familie aus insgesamt vier Kindern. Kürzlich feierte Maffay gemeinsam mit Johannes Oerding einen Meilenstein mit seinem 22. Nummer-eins-Album – ein Rekord, den vor ihm noch niemand erreicht hat.
Familie und Bühne: Ein Spagat für Maffay
Obwohl Peter Maffay sich fest vorgenommen hatte, kürzerzutreten, räumt er im Gespräch mit der Abendzeitung München ein, dass ihm dies nur bedingt gelingt. „Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, einen Gang zurückzuschalten“, erklärte der Musiker selbstkritisch. Doch bislang sei der Rückzug noch nicht so konsequent umgesetzt, wie ursprünglich geplant: „Das passiert zwar in gewissem Umfang, aber nicht ganz so wie es von mir erwartet wird.“
Besonders die Zusammenarbeit mit Johannes Oerding sorgt derzeit für kreative Höhenflüge. Anfang Oktober 2026 stieg ihr gemeinsames Album „Nashville“ direkt an die Spitze der deutschen Charts. Im Frühjahr 2027 wollen die beiden Künstler mit einer gemeinsamen Tour ihre Highlights aus dem Album auf die Bühne bringen.
Auch für 2026 plant Maffay einzelne Auftritte mit seinem neuen Programm „Love Places“. Unter anderem stehen Konzerte in Bad Segeberg, Fulda, Bietigheim-Bissingen und Rosenheim auf dem Plan. Während sich das Format der Tournee von früheren Stadion-Auftritten deutlich unterscheidet, sieht Maffay dies nicht als völligen Bruch: „Es ist nicht der Rücktritt vom Rücktritt“, so das Magazin prisma. Seine Haltung bleibt jedoch klar: Große Stadiontouren im Stil vergangener Jahre schließt der Künstler weiterhin aus.
Wie Peter Maffay den Balanceakt zwischen musikalischen Projekten und der Zeit für seine Familie langfristig bewältigen wird, bleibt spannend – doch eines ist klar: Für ihn ist Musik unverzichtbar.

