Beim Namen Boney M. denken viele an die großen Disco-Hits der 70er-Jahre wie „Rivers of Babylon“ oder „Daddy Cool“. Doch aktuell sorgt der Bandname für Schlagzeilen, die nichts mit Musik zu tun haben. Ein Auftritt einer Formation, die unter dem Namen Boney M. auftritt, bei einer Veranstaltung einer rechtspopulistischen Partei hat Diskussionen ausgelöst – auch innerhalb der Bandgeschichte.
Die Original-Band Boney M. existiert in ihrer ursprünglichen Besetzung seit 1986 nicht mehr. Stattdessen treten Mitglieder der ehemaligen Gruppe seitdem mit verschiedenen Varianten des Namens auf. Eine dieser Formationen, unter der Leitung von Maizie Williams, trat unlängst bei einer politischen Veranstaltung auf, was für teils heftige Kritik sorgte. Insbesondere Leadsängerin Liz Mitchell, die ebenfalls mit ihrer eigenen Besetzung unter dem Namen Boney M. auftritt, hat sich davon klar distanziert.
Kritik an der Nutzung der Musik
Mitchell kritisierte den Auftritt scharf und sprach in diesem Zusammenhang von einer „verkauften Seele“. Besonders schmerzhaft für sie sei, dass Musik, die einst für universelle Werte wie Toleranz und Lebensfreude stand, nun für politische Zwecke genutzt wurde, mit denen sie sich ausdrücklich nicht identifiziert. Ihre öffentliche Stellungnahme machte deutlich, wie stark sich Mitchell von dieser Entscheidung ihrer früheren Bandkollegin abgrenzt.
In einer weiteren Erklärung betonte Liz Mitchell, dass sie weder in den Auftritt involviert gewesen sei noch jemals einer solchen politischen Nutzung zugestimmt hätte. Sie erklärte zudem, von zahlreichen enttäuschten Nachrichten ihrer Fangemeinde überschwemmt worden zu sein, die den Vorfall ebenfalls kritisch sehen. Die Verbindungen zu rechtspopulistischen Parteien widersprechen aus ihrer Sicht allem, wofür Boney M. ursprünglich stand.
Maizie Williams und ihr Management verteidigen sich. Sie ließen verlauten, dass man die politische Ausrichtung der Veranstaltung im Vorfeld nicht erkannt habe. Laut eigener Aussagen sei der Auftritt als unpolitischer Programmpunkt im Rahmen einer Feier angekündigt worden. Dennoch konnte dies weder die Unzufriedenheit der Fans noch die Distanzierung durch Liz Mitchell abmildern.
Die Spannungen in Zusammenhang mit dem Namen Boney M. sind nicht neu. Seit Jahrzehnten schwelt der Konflikt zwischen den Mitgliedern um Nutzungsrechte und die Nachfolge. Trotz der Zeitlosigkeit ihrer Songs droht das Erbe der Gruppe durch diese Streitigkeiten und Skandale belastet zu werden. Wie es für die verschiedenen Formationen von Boney M. weitergeht, ist unklar. Klar bleibt jedoch, dass die Diskussionen die Konsistenz und Botschaft ihrer Musik in den Augen vieler erschüttert haben.



