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Fake-Profile im Namen von Schlagerstars: Warum Betrüger es auf die Fans abgesehen haben

Es sind zwei Maschen, und beide zielen nicht auf die Stars, sondern auf ihre Fans. Die eine läuft über gefälschte Profile in sozialen Netzwerken, die andere über frei erfundene Todesmeldungen. Am Montag, dem 17. August 2026, hat sich eine der bekanntesten Bands der Volksmusik dazu öffentlich zu Wort gemeldet.

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Die Paldauer warnen auf Instagram

Unter der Überschrift »Wichtiger Hinweis!« schrieben Die Paldauer am 17. August 2026 auf ihrem Instagram-Kanal, aktuell seien »vermehrt Fake-Accounts im Namen der PALDAUER bzw. einzelner Bandmitglieder im Umlauf«. Der entscheidende Satz der Band lautet: »Wir Musiker werden niemals Fans über private Profile oder andere Accounts direkt anschreiben, um beispielsweise Freundschaften anzubieten, Nachrichten auszutauschen oder um Geld bzw. persönliche Daten zu bitten.«

Vollständig verhindern lasse sich das nicht, räumt die Band ein – umso wichtiger sei die Mithilfe der Fans: Verdächtige Profile und Nachrichten solle man ignorieren, blockieren und melden und sich im Zweifelsfall direkt im PALDAUER-Büro melden. Zum Zeitpunkt der Prüfung durch unsere Redaktion hatte der Beitrag rund 360 Likes und gut ein Dutzend Kommentare.

Nicht der erste Fall in der Szene

Die Paldauer sind mit dieser Erfahrung nicht allein. Nik P. veröffentlichte bereits am 24. November 2025 auf Instagram eine »Öffentliche Warnung vor Fake-Accounts & Identitätsmissbrauch«. Er berichtete darin von Menschen, die überzeugt seien, mit ihm persönlich zu schreiben, und stellte klar, dass er nie privat über Messenger mit Fans kommuniziere und weder Geld noch Reisen noch persönliche Daten verlange.

Semino Rossi wandte sich per Video an seine Fans. Es gebe sehr viele falsche Accounts in seinem Namen, echt sei nur jener mit dem blauen Haken; Geld würde er »nie im Leben« fordern, berichtete Schlager.de am 6. Mai 2026.

Norman Langen ging sogar zur Polizei. Betrüger hatten mit seinem Namen und gestohlenen Fotos Profile angelegt und Fans um Überweisungen gebeten; eine Betroffene geriet dadurch in finanzielle Not. »Ich habe nur meinen offiziellen Account. Ich habe keinen privaten Zweit-Account«, stellte der Sänger im Podcast »Antenne Schlager Star-Talk« klar – nachzulesen bei Schlagerpuls vom 12. Februar 2026. Dort wird auch die ernüchternde Auskunft der Polizei zitiert: melden und blockieren, viel mehr bleibe oft nicht.

Dass dabei erhebliche Summen im Spiel sind, zeigt eine Übersicht von Schlager.de: Eine 76-Jährige überwies rund 14.000 Euro an ein gefälschtes Profil; bei Beatrice Egli gab sich ein Account als ihre Mutter aus und forderte Zahlungen; eine weitere Frau verlor etwa 2.900 Euro an ein Fake-Profil im Namen von »Der Graf« (Unheilig).

Die zweite Masche: erfundene Todesmeldungen

Parallel dazu kursieren im Netz Meldungen über den angeblichen Tod bekannter Künstler. Sie sind frei erfunden. Wie sich damit Geld verdienen lässt, hat ein Schweizer Schlagersänger, der innerhalb einer Woche mehrfach für tot erklärt wurde, am 18. August 2026 im »Blick« erklärt: Die Täter verbreiten die Falschmeldung, die Menschen klicken darauf, vor den Videos läuft Werbung – daran verdienen die Betrüger. Der Sänger selbst stellte klar, dass es ihm gut gehe.

Woran man ein falsches Profil erkennt

Die Plattform onlinesicherheit.gv.at des österreichischen Bundeskanzleramts nennt in ihrem Beitrag über »Promi-Klone« mehrere Warnzeichen: ein Profil mit auffällig wenig echter Aktivität, ein fehlendes blaues Verifizierungszeichen und der Wunsch, das Gespräch rasch auf einen anderen Dienst wie Telegram zu verlagern. Typische Vorwände sind angebliche Notlagen, exklusive Tickets, Fanclub-Ausweise oder Gewinnspiele. Die wichtigste Empfehlung dort lautet knapp: kein Geld überweisen.

Was Fans tun sollten

Die Regel ist in allen Fällen dieselbe: nicht antworten, nichts überweisen, keine persönlichen Daten oder Ausweiskopien schicken, das Profil melden und blockieren. Wer unsicher ist, fragt direkt beim offiziellen Büro, beim Management oder über den verifizierten Kanal des Künstlers nach. Und wer bereits gezahlt hat, sollte Anzeige erstatten und die Bank informieren.

Wichtig ist dabei eine Klarstellung: Die hier genannten Künstlerinnen und Künstler sind Betroffene dieser Fälschungen – sie warnen selbst davor.

Quellen: Instagram-Beitrag von @diepaldauer vom 17. August 2026 (https://www.instagram.com/reel/DcIj57RFH_K/); Instagram-Beitrag von @nikp.offiziell vom 24. November 2025 (https://www.instagram.com/p/DRc2HD_DtgG/); Blick.ch vom 18. August 2026 (blick.ch); Schlager.de vom 6. Mai 2026 zu Semino Rossi und zu Betrugsfällen im Umfeld von Schlagerstars; Schlagerpuls vom 12. Februar 2026 zu Norman Langen; onlinesicherheit.gv.at, »Vorsicht vor Promi-Klonen auf Social Media«.

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