Vor genau 50 Jahren erschien ein Lied, das eigentlich im Schatten eines anderen Songs hätte stehen sollen – um dann unerwartet zu einem großen Erfolg zu werden: Frank Zanders „Oh, Susi (Der zensierte Song)“. Doch wie kam es dazu, dass ein Titel, der ursprünglich nur als B-Seite geplant war, so erfolgreich wurde? Der Sänger selbst erinnerte kürzlich auf Instagram an die ungewöhnliche Entstehungsgeschichte seines Hits – und daran, welche entscheidende Rolle seine Frau Evy dabei spielte.
Die Single wurde am 20. Dezember 1976 veröffentlicht. Dabei war der Song „Oh, Susi“ zunächst nur als B-Seite des Haupttitels „Rosita (Heinz Schwalbe der Pauschaltourist)“ vorgesehen. Doch bereits bei den Aufnahmen wurde klar, dass dieser Titel das gewisse Etwas hatte. Laut Zander brachte die Studioarbeit viel Spaß, weil man viele „irre Geräusche“ einarbeitete und einige doppeldeutige Textzeilen mit komödiantischem Feingefühl garnierte. Den entscheidenden Anstoß, den Song als gleichwertige A-Seite herauszubringen, gab Zanders Frau Evy. Sie setzte sich erfolgreich bei der Plattenfirma für eine Doppel-A-Seite ein – ein Schritt, der sich als goldrichtig herausstellte.
Ein Radioverbot sorgt für ungeahnten Erfolg
Trotz dieses Engagements schien das Stück ausgerechnet im Radio keine Zukunft zu haben. Der Sender Bayern 3 verzichtete auf eine Ausstrahlung von „Oh, Susi“ – mit der Begründung, der Song sei nicht im Einklang mit dem guten Geschmack. Doch anstatt das Stück in der Versenkung verschwinden zu lassen, löste das Verbot einen gegenteiligen Effekt aus: Die Neugierde der Zuhörerinnen und Zuhörer war geweckt. Für Zander war klar, dass der Vorfall Aufmerksamkeit generierte, wie kaum etwas anderes es hätte schaffen können. Die Single avancierte zum Riesenerfolg und stieg bis auf Platz 2 der deutschen Charts. Auch in Österreich fand der Titel Beachtung und erreichte Platz 10.
Auf Instagram erinnerte Zander, inzwischen 84 Jahre alt, an die turbulente Zeit um diesen Erfolg und teilte das berühmte Plattencover mit seinen zahlreichen Fans. Der Entertainer erklärte in seinem Rückblick, wie sehr ihn die Ereignisse geprägt haben und dass der Song für ihn bis heute ein Symbol für unerwartete Durchbrüche ist.
Frank Zander ist seit 1968 mit seiner Frau Evelyn, genannt Evy, verheiratet, die eine wichtige Rolle nicht nur in seinem Leben, sondern auch in seiner Karriere spielt. Laut Medienberichten litt der Musiker schwer, als Evy vor einigen Jahren ernsthaft erkrankte. Heute managt Sohn Marcus Zander seinen Vater, betreut dessen Stiftung und organisiert weiter die beliebte Weihnachtsfeier für Obdachlose. Dieses Engagement war auch kürzlich ein Thema, wie wir berichteten.
Frank Zander beschränkt sich jedoch nicht auf Nostalgie. Bereits am 22. Dezember lädt er wieder zur traditionellen Weihnachtsfeier für Bedürftige in Berlin ein, die sich inzwischen zum 32. Mal jährt. Gemeinsam mit prominenten Unterstützern wie Claudia Jung und Gregor Gysi verspricht auch diese Veranstaltung ein Höhepunkt der Vorweihnachtszeit zu werden.



